Die Jagt nach den Bären war ziemlich anstrengend. Auf der Fahrt nach Washington (Staat) machten wir immer wieder einmal eine kleine Pause, da die Fahrt, die vor uns lag, ziemlich lange war. In Winthrop haben wir dann etwas feine gegessen bevor wir am nächsten Tag weiter fuhren.

Es ging Richtung Meer über den Washington Pass. Super schöne Gegend.

Die Strecke führte uns auch an diversen Seen vorbei. Am Lake Diabolo gabs einen kleinen Foto Halt. Es war sau kalt, so dass wir schnell wieder in unser Auto stiegen und dort die Wärme genossen.

Eben noch tief in den Bergen und schon standen wir am Meer. In Anacortes nahmen wir die Fähre nach San Juan Island. Dort wollten wir wieder einmal eine Walbeobachtung machen.

Hansruedi hat aber beim Buchen der Fähre keinen Preis gesehen. Beim Aufleuchten von 206 Dollar sind ihm buchstäblich die Worte im Hals stecken geblieben. Nichts desto trotz, wir mussten da hinüber. Camping und Walbeobachtung waren gebucht und auch bezahlt. Später haben wir dann heraus gefunden, dass dieser Preis für die Hin- und Rückfahrt ist. (Uff, noch mal Glück gehabt, das Budget stimmt wieder)

Am nächsten Tag haben wir uns in Friday Harbor noch ein wenig umgesehen bevor es zur Orca-Walsuche ging.

Wir waren guten Mutes, das Unternehmen garantiert, dass Orcas gesichtet werden. Sollte es nicht so sein, kann man nochmals kommen. Wir waren gespannt. Leider war es das einzige Mal seit 12 Jahren wo keine Orcas gesehen wurden. Buckelwale  jede Menge und auch sehr nah, aber die hatten wir ja in Norwegen schon gesehen. Es war auch schön, aber nicht was wir sehen wollten.

Genau, wir hatten ja diese Garantie. Und was macht man wenn man dann nicht mehr da ist? Das ist ja auch der Grund wieso die so eine Garantie geben. Die wenigen Urlauber die diese ausnutzen kann man wahrscheinlich an einer Hand abzählen. Auch wir haben sie verstreichen lassen, da unsere Fähre aufs Festland ja schon gebucht und bezahlt war.

Bevor wir am späteren Nachmittag auf die Fähre konnten machten wir noch eine kleine Inselrundfahrt.

Hier auf der Insel waren die Amerikaner und die Engländer. Beiden gehörte ein Teil der Insel. Jedoch war die Grenze nicht korrekt geregelt, und als dann ein Amerikanischer Landwirt ein Schwein eines Briten erschoss, welches in seinem Garten frass, ging der Streit richtig los. Der Amerikaner bot dem Briten 10 Dollar an was dieser aber ablehnte. Damit der Amerikaner nicht ins Gefängnis musste wurde das Militär gerufen. Die Geschichte ginge noch weiter. Fakt ist, dass die Insel dann in einen britischen und einen amerikanischen Teil geteilt wurde.

Zurück auf dem Festland gings gleich zur nächsten Fähre. Wir wollten in den Olympic Nationalpark und der war per Fähre schneller zu erreichen wie über Land. Nach einem kurzen Treffen mit Iselis bei der Fähre in Coupeville fuhren wir zur Halbinsel hinüber und freuten uns auf die Sehenswürdigkeiten und ein zwei Wanderungen.

War das schön, endlich wieder einmal eine Wanderung. Es ging zum Hurrican Hill. Anstrengend, aber wunderschön. Oben auf dem Gipfel konnten wir sogar bis nach Vancouver Island sehen.

Dann gab es im Olympic National Park auch noch einen Regenwald.

Amerika hat 63 Nationalparks. Einer von Ihnen ist der Mount Rainier. Der Mount Rainier ist eigentlich ein Vulkan. Zuletzt ausgebrochen 1894, aber immer noch aktiv. Er ist mit 4027 Meter die höchste Erhebung in Washington.

Die Fahrt ins Yakima Valley. 

Unser Tagesprogramm für den kommenden Tag: River Rafting im Tieton River. Unglaublich aber wahr, und es war richtig cool gewesen.

Im Yakima Valley wütete ein Waldbrand. In der Nacht hat es sehr fest gewindet und als wir am Morgen erwacht sind konnten wir das Feuer riechen. Ein Blick aus dem Fenster sagte uns, dass wir so schnell wie möglich hier weg mussten.

Washington und Oregon sind bekannt für Pinot Noir. Das wollten wir natürlich testen. Nur war es nicht so einfach Reben zu finden. Es gab vor allem Obst. Ein Feld nach dem anderen nur Obst. Äpfel, Birnen und Kirschen. Trotzdem haben wir ein paar Weingüter gefunden. Die Endtäuschung war jedoch relativ gross. Es gibt da keine so schönen Weingüter mit den Reben rund herum wie bei uns zu Hause oder in Italien. Es sieht alles ziemlich karg aus, und wenn du dann eine Winery gefunden hast, hat es weit und breit keine Rebberg um diese herum.

Am Columbia River entlang fuhren wir weiter. Anfangs war es noch eine ziemlich endtäuschende Gegend. Doch plötzlich wurde die Gegend schöner und spannender. Viele grosse Schiffe die unter den zahlreichen Brücken durch und die Schleusen an den Kraftwerken bezwingen mussten. Alles ein bisschen grösser als bei uns in der Schweiz.

Der Columbia River war unsere Verbindung zu unserem nächsten Highlight. Wir besuchten den Mount Saint Helens. Ebenfalls ein aktiver Vulkan. Er ist 1980 das letzte Mal ausgebrochen. Bei diesem Ausbruch wurde die ganze Nordseite aufgebrochen. Von unserer Seite aus konnte man aber den aufgebrochenen Krater nicht sehen. Der Gletscher wurde dabei vollständig zerstört.

Vom Berg ans Meer. Die Cannon Beach mit Ihren Felsen im Wasser sollte auch ein schönes Motiv für meinen Fotoapparat sein. Leider hatte es dort den ganzen Tag Nebel. Trotzdem war es spannend, denn man kann bei Ebbe bis zu den Felsen hinaus laufen und die Unterwasserlebewesen dort beobachten. Das ist aber nicht ganz ungefährlich, denn man muss die Gezeiten im Auge behalten. Wir sind vielleicht eine viertel Stunde bei den Felsen herum gestanden und schon mussten wir uns einen Weg zurück suchen. Ohne ins Wasser zu stehen ging da nichts mehr.

Vor der Küste waren wir aber noch kurz in Portland. Bei all den Obdachlosen macht es einfach keinen Spass länger als eine Nacht in diesen Städten zu bleiben. Unglaublich wie viele da in der Stadt ihre Zelte aufgeschlagen hatten, und das schlimmste war der ganze Dreck den sie  hinterlassen. Sonst erinnerte uns Portland beim hinein fahren ein wenig an unseren Zürichberg.

Nur schnell weg aus dieser Stadt. Wir fuhren in Richtung Oregon und suchten uns einen Schlafplatz. An der Küste selber fanden wir keinen. Überall ist Camping verboten. Da war es naheliegend, dass wir etwas ausserhalb etwas suchten. Hansruedi hat dann auch in einem seiner Apps etwas gefunden. Wir fuhren in einen Wald hinein und es ging hoch und die Strasse war schon bald einmal nur noch Kies. Der Platz schien uns dann aber nicht geeignet und wir fuhren weiter. Weiter in den tiefen, dunklen, steilen Wald hinein. Schon bald merkten wir, dass es kein zurück mehr gab und fuhren den Weg weiter. Nach einer langen und anstrengenden Fahrt fanden wir dann einen Platz zum übernachten und hofften dass die Strasse dann für die Weiterfahrt am nächsten Morgen besser ist. Unser Fiätli musste wieder einmal mehr alle Offroad Qualitäten zeigen. Zum Glück war die Strasse dann am anderen Morgen viel besser und wir freuten uns als wir die "normale" Strasse erblickten. Aber, es war definitiv eine Autowäsche nötig.

In Oregon hatten wir noch zwei Degustationen gebucht. Aufgrund des Covids kommt man auf kein Weingut ohne Anmeldung. Wir freuten uns auf die bevorstehenden Pinot Noirs. 

Das erste Weingut erfüllte unsere Erwartungen, wogegen das zweite nicht so unser Geschmack war. Teuer waren die Weine an beiden Orten.

Aber auch da sah man die Rebberge nicht schon von weitem. In Oregon ist vor allem der Anbau von Haselnuss sehr präsent. 99% der U.S. amerikanischen Haselnüsse werden im Willamette Valley im Bundesstaat Oregon angebaut.

Nach mehr als drei Monaten herumreisen ist Hansruedi auf die wundervolle Idee gekommen, dass wir eine Pause einlegen könnten und hat uns ein Bed and Breakfast gebucht. Ferien von den Ferien sozusagen. Eine wunderschöne Lodge am McKenzie River. Perfekt zum Relaxen und Fischen.

Und nein, Hansruedi hat die Fische wieder nicht herausgenommen. Das nennt man Catch and Release und ist beim Fliegenfischen eher normal. Es gibt sogar Gebiete wo nur dies erlaubt ist. Und, nein, es tut dem Fisch nicht weh wenn man es richtig macht. Den Fisch mit immer nassen Händen halten (damit verletzt man seine Schleimhaut nicht) und nach dem entfernen des Hackens (ja es bleibt ein kleines Loch) wieder sanft zurück in den Fluss gleiten lassen.

 

In der Zwischenzeit habe ich die Gelegenheit genutzt und mit den Tieren auf dem Gelände ein wenig gespielt. Schön sind sie Fotomodelle gestanden.

Es handelt sich dabei um:

Blauer Vogel = Steller's Jay

die gelben= Pine Siskin oder American Goldfinch