Teneriffa

Jetzt sind wir auf der fünften und grössten Insel von den Kanaren angekommen. Lange Zeit wussten wir nicht ob wir diese überhaupt besuchen können, da sie wegen Corona gesperrt war. Um so schöner für uns, dass es trotzdem möglich war.
Das Wahrzeichen von Teneriffa ist eindeutig der Teide, ein ruhender Vulkan, der gleichzeitig, mit 3715 Meter, die höchste Erhebung von Spanien ist. 
Und da es in dieser Höhe eher kalt ist, besteht auch die Möglichkeit dass Schnee liegt. Und genau das ist in der letzten Woche gefallen. Wir mussten also einen guten Zeitpunkt finden um zum Teide zu gelangen. Wir werden sicher einen finden und ausserdem wollten wir ja auch noch anderes sehen. Da wir etwa drei Wochen bleiben wollten wird sich so einiges möglich sein.

Unsere Überfahrt nach Los Cristianos war, bei schönstem Wetter, relativ ruhig gewesen. Ein paar grössere Wellen gab es schon, aber wir konnten die ganze Fahrt draussen sitzen.
Adieu schönes La Palma, hallo neue Insel.

In Los Cristianos war es fast unmöglich einen Parkplatz für unser Wohnmobil zu finden. Es war alles unglaublich touristisch und voll mit Hotels.
Etwas ausserhalb hat es an einer Strasse Plätze. Natürlich waren die richtig guten schon besetzt. Mit unseren Auffahrhilfen konnten wir uns dann trotzdem  für eine Nacht einrichten. Nach dem Nachtessen war es für uns aber klar, dass wir hier nicht lange bleiben wollten. Nicht wegen dem Nachtessen, das war richtig gute Thaiküche, sondern weil da alles nur auf den Tourismus ausgerichtet war.

An der Playa Paraisa fanden wir dann einen wunderschönen Ort. Er lag zwar auch an der Strasse, hatte aber wenig Verkehr, einen Platz um das Meer zu geniessen ( vielleicht auch zum Fischen) und einen wunderbaren Sonnenuntergang. Hier blieben wir dann zwei Tage.

Etwas schade an der ganzen Kriese ist aber, dass die Ortschaften meistens leer sind (fast Geisterstädte), viele Läden und Restaurants geschlossen sind und vor allem, dass tausende von Leuten in diesen Touristenorten keine Arbeit haben. Man stelle sich das mal vor.

Für Mittwoch war schlechtes Wetter am Teide angesagt. Schneefall und O Grad. Doch als wir am Morgen aus dem Fenster schauten war es strahlend schönes Wetter. 
Ergreifen sie die Gelegenheit dachten wir uns und fuhren zur Luftseilbahn hoch. Eine sehr schöne Fahrt. Das Wetter blieb weit schön. In den Bergen weiss man ja nie wie schnell es wechselt, und so lösten wir unsere Tickets und stiegen in die Seilbahn zum Teide ein.
Eine wunderschöne Aussicht bot sich uns, oben bei der Bergstation, an. Man sah sogar bis nach Gran Canaria un La Gomera hinüber. Leider waren alle Wege rund um die Station wegen des Schnees geschlossen. 

Auch der Rückweg war sehr schön. Es gab sogar Stellen, wo wir La Gomera und La Palma miteinander sehen konnten. So eine schöne Fernsicht gibt es nicht immer.

Wir hatten noch Lust ein wenig am Meer zu bleiben. San Juan bot sich an. Aber, bei jedem Parkplatz war es für Camper verboten, dabei hatten wir einen ähnlichen Platz wir an der Playa Paraiso gefunden. Es blieb uns nichts anderes übrig weiter zu suchen.

An der Playa de Alcalá, gleich oberhalb des Grand Hotel Melia wurden wir fündig. Wir hatten genug Platz und waren in der Nähe des Strandes. Es gefiel uns dort.

Am Abend wollten wir nach San Juan in einem Französischen Restaurant speisen. Ein Bus fuhr gleich in der Nähe bis vor das Restaurant. Unser Vorhaben den ÖV zu benutzen wurde vom Chauffeur zerstört. Keine Bezahlung mit Bargeld oder Kreditkarte, es musste eine Bus-Karte sein. Ohne die ging auf Teneriffa nichts. Was macht man da? Man nimmt den Taxi. Er war nicht viel teurer wie der Bus so dass wir ihn auch zurück wieder bestellten.

Am nächsten Tag strahlte die Sonne wieder und der Himmel konnte nicht blauer sein.
Wir haben gesehen, dass es ein Weg an der Küste entlang zu den Los Gigantes gibt. Bei so schönem Wetter war es keine Frage dass wir die 3 Stunden hin und zurück auf uns nehmen würden. 
Unterwegs schauten wir noch den Surfern zu, welche heute besonders hohe Wellen hatten. Es war super.

Auch auf dem restlichen Weg sahen wir so das eine oder andere Sujet.
Die Los Gigantes ist eine riesige Steilküste. Nicht mehr und nicht weniger.

Durch die hohen Wellen sind eindrückliche Bilder entstanden. Bei diesem Strand war es auf jeden Fall unmöglich zu baden. Man beachte auch die Corona-Einzäunung am Strand.

Ab den Los Gigantes war es leider vorbei mit den Playas. Über Santiago de Teide, La Montagñeta gings in den Norden. Die Strasse nach Masca liessen wir sein, da sie schon sehr schmal war. Wir wären sicher durch gekommen, aber die Kanaren hatten diese Woche Ferien und somit war mit mehr Verkehr zu rechnen, was bei so einer Strasse mit vielen Spitzkehren und Kurven nicht sehr angenehm ist.

Auf der Nordseite scheint es auf den ersten Blick nicht ganz so touristisch zu sein, dafür sind die Ortschaften etwas kleiner und vor allem enger. Eine richtige Herausforderung mit unserem Fahrzeug. Und dann kommt noch dazu, dass es keine wirkliche Infrastruktur für Camper gibt. Schon lange haben wir keinen Campingplatz mehr gesehen. Zum Glück haben wir genügend Strom und Wasser.
Einen reservierten Parkplatz für Caravans haben wir dann in Buenavista del Norte gefunden. Viel nördlicher gehts da nicht mehr.

Trotzdem lud der Platz nicht zu bleiben ein. Ein Wohnmobil am anderen mit genau soviel Platz dass man die Türe noch öffnen konnte. Nichts zum bleiben. 
Wir versuchten es dann in Garachico, einem kleinen, hübschen Örtchen ganz in der Nähe.
Am Anfang des Dorfes gab es einen Sandplatz zum parkieren. Wir entdeckten aber noch einen besseren. Die haben hier einfach den Fussballplatz zubetoniert. Perfekt für uns.

Und noch etwas hat uns in Garachico gefallen. Wir haben da eine von den besten Pizzas gegessen. Geschmack Weltklasse!

Falls ihr mal da seid, Pizzeria Rugantino ist mehr als zu empfehlen.

Eine «misslungene» Wanderung

Eigentlich wollten wir, nach dieser ausgezeichneten Pizza am nächsten Tag eine Rundwanderung bei San José de los Llanos machen. Wieso eigentlich misslungen? Der Weg war so schlecht gekennzeichnet, dass wir bald nicht mehr auf dem richtigen Weg waren. So kam es dazu, dass wir uns auf einmal in einem ausgetrockneten Bachbett befanden, bösen Hunden ausweichen mussten (waren zum Glück eingesperrt) und bis am Schluss fast wieder in Garachico waren. Der Bus brachte uns dann wieder bis nach Erjos. hoch. Doch ab da ging nichts mehr. Bei uns nicht, da wir hundemüde waren, und beim Bus nicht, weil keiner mehr in unsere Richtung fuhr.

 

Trotzdem war der nicht geplante Weg im Großen und Ganzen auch sehr schön.

Als nächstes hatten wir vor Puerte de la Cruz zu besuchen. Ein kleines nettes Örtchen.

 

Die vielen farbigen Häuser mit den Malereien gefielen uns sehr gut. Auch das Hafengelände war hübsch, so dass wir uns in einem Kaffee nieder liessen und ein wenig das Geschehen beobachteten.

Ein Sandsturm hat die Inseln heimgesucht. Die Calima (weiblich, wieso auch immer). Sie ist ein Sandsturm bei dem starke Ostwinde Sand aus der Sahara über die Kanaraischen Inseln treibt. Das Hochdruckgebiet, das über der afrikanischen Wüste liegt, lässt zusätzlich noch die Temperatur ansteigen. Sie kommt eigentlich jedes Jahr. 

Leider war dann in den nächsten Tagen die Fernsicht auch nicht so gut.

Orotova wurde auch immer wieder in den Reisetipps beschrieben. Auch auf unserer "zu besuchen Liste" stand es drauf. Auf dem Weg dorthin besuchten wir aber zuerst noch eine Bodega. Wir wollten ja nicht aus der Übung kommen.  Ein Freund aus Spanien hat uns eine Führung dort organisiert.

 

Die Bodega war klein aber fein. Ein Familienunternehmen in der vierten Generation. Die Führung selber dauerte nicht so lange, die anschliessende Degustation nachher umso länger. Es hat sich am Schluss für beide gelohnt. Wir hatten unseren «Weinkeller» wieder aufgefüllt und Juan Jesus hatte wieder ein paar Euros in der Kasse.

Die Fahrt nach Orotova war dann zum Glück nicht mehr so weit und der Parkplatz hatte genug Platz für unser Wohnmobil. Nach einem kleinen Nickerchen machten wir uns dann gegen den Abend auf den Weg zum angeblich schönsten Dorf der Kanaren. Schön ja, aber gleich das schönste? Unserer Meinung nach hatten wir auf unserer Kanaren Reise schon schönere gesehen.

Unser Nachtessen mussten wir uns dann aber wirklich verdienen. Vom Dorf aus war es etwa ein guter Kilometer bis ins Restaurant. OK, ist ja nicht viel, aber dieser ging nur in eine Richtung; geradeaus bergauf. Da mussten die Autos gute Bremsen und Handbremsen haben. So steile Parkplätze hatten wir noch nicht manchmal gesehen.

Und dann hatten wir auf dem Heimweg noch gegen das Gesetz verstossen. Es herrschte ab 22.00 - 6.00 Uhr Sperrstunde auf Teneriffa. Es war ein lustiges Gefühl zu spät nach Hause zu kommen. Das letzte Mal haben unsere Eltern gesagt wann wir zu Hause zu sein haben.

Von Orotova aus ging dann die Fahrt in den Norden. Auf der TF 24, am Teide vorbei, über den Bergkamm Richtung Anang Gebirge.

Der Teide ist zurecht das Wahrzeichen von Teneriffa. Man kommt nie an ihm vorbei, oder anders gesagt, jeder Weg führt irgendwie an ihm vorbei. Heute hat er sich aber auch wieder besonders schön präsentiert.

Die Fahrt war sehr abwechslungsreich. Wir fuhren durch Lavafelder, dichte Lorbeerwälder, farbigen Wiesen, waren plötzlich wieder in einer kleinen Stadt und dann in einer Gegend mit furchterregenden spitzen Bergen. Wir waren im Anang Gebirge angekommen.

In unserem App Park4Night hatten wir dort einen schönen Platz gefunden, wo wir übernachten wollten. Zum Glück war er frei. (Es hatte nur ein Wohnmobil platz)

 

Die Aussicht von da aus war atemberaubend. Wir konnten von da aus schon auf unser nächstes Ziel schauen. San Andrés bei Santa Cruz de Teneriffe.

Und so schnell ist man von den Bergen im Tal. E ist immer wieder erstaunlich wie schnell man von 2000 Meter wieder am Meer ist. Die kennen betreffend Steigungen oder Gefällen nichts. So 17% ist nichts aussergewöhnliches. Und unser Auto macht alles immer brav mit.

 

Wir sind an der Playa de las Teresita angekommen. Sehr schön hier.

Im Moment stranden hier sieben Kreuzfahrtschiffe. Überall wo wir sind, auf allen Inseln, sehen wir parkierte Kreuzfahrtschiffe die auf ein Ende der Pandemie warten.

So kann es übrigens aussehen wenn wir einkaufen gehen. Leider hat es bei den Hiper Dinos nicht so viele Parkplätze. So müssen wir dann schon mal mehr wie einen nehmen. 

Hiper Dinos oder Super Dinos sind  Einkaufsläden auf den Kanaren die gute Qualität zu vernünftigen Preisen bieten.

Wenn wir da etwas nicht finden gehen wir in den Lidl. Der bietet auch sehr gute Ware.