Santa Barbara

Wir näherten uns den Reichen und Schönen. Ein kleiner Zwischenhalt im sehr schönen und kreativen Santa Barbara. Eine wunderbare Einkaufs- und Restaurantstrasse wo überall Klaviere zur freien Benutzung standen und ein traumhafter Sonnenuntergang am Pier. Den Abend schlossen wir dann in einer von diesen Strassenbeizen mit einer feinen Pizza ab.

Abends, als wir nach Hause kamen, stand dann noch ein Hot Rod auf unserem Platz. Das erfreute doch mein Auge.

Von Santa Barbara aus gings dann an der Küste entlang, über Malibu, nach Los Angeles. Dies war das erste Mal, dass wir Bentley, Ferrari, Rolls Roys und Maserati am Strassenrand parkiert sahen. 

Los Angeles

Wir wussten, dass der Tag nach unserer Ankunft in Los Angeles Regen angesagt war. Los Angeles hat 23,5 Tage im Jahr Regen, und einen davon traf uns.

Wir, beziehungsweise Hansruedi hat ein Schlechtwetterprogram ausgearbeitet. Damit wir nicht mit unserem Wohnmobil in die Stadt fahren mussten, mieteten wir uns einen "Kleinwagen" und fuhren los. Bald sahen wir wie machtlos so eine Stadt war wenn es regnete. Die Strassen waren komplett überschwemmt.

Das war ja dann eine Überraschung für mich. Hansruedi hat das Peterson Automotiv Museum inklusiv Führung (90 Minuten) gebucht. Aber es hatte auch so das eine oder andere Interessante für Ihn dabei, zum Beispiel die James Bond Ausstellung.

Bei der Führung durften wir keine Fotos machen. Wir würden in die teuerste Tiefgarage von Los Angeles (oder von der Welt?) geführt und kamen aus dem staunen nicht mehr heraus. Da hat jemand unheimlich viel Geld. 80% der Wagen die hier standen haben die gekauft, der Rest sind Leihgaben oder Geschenke.

Da gab es alles. Vom ersten Auto, über viele Autos aus diversen Filmen, Papstfahrzeug, Präsidentenlimousine, Prototypen, Hot Rods, verrückt lackierte und ganz neue, bzw ungebrauchte Autos stand da alles. 

Nach dem Nachtessen, im Fogo de Chao Brazilian Grill (wir lieben es einfach), beendeten wir den Tag mit einem Basektballspiel

Der Regentag war glimpflich vorbei gegangen. In San Francisco soll es viel grössere Überschwemmungen gehabt haben.

Da diese Stadt unglaublich gross ist, bzw aus vielen zusammengewachsenen Quartieren bestand, nahmen wir ein weiteres Mal den Hop on Hop off Bus. Bald zeigte sich, dass Los Angeles ohne die Filmindustrie nichts wäre. Als einmal die Filmindustrie streikte fiel die Stadt in eine grosse Kriese. Unzählige Menschen verloren dabei ihren Job.

Beverly Hills war eine besondere Gegend. Nicht nur weil man sie aus dem Fernseher kannte. Die haben hier so hohe Steuern, dass sie dafür von der Stadt ein sauberes Quartier erwarteten. In Beverly Hills sieht man keine Abfallkübel an der Strasse stehen.

In Beverly Hills mussten wir den Bus wechseln. Die Beachtour fahr uns direkt an den Santa Monica Pier. Von da aus liefen wir dann bis zur Venice Beach. Alles berühmt und eigentlich auch sehr schön, wenn da nicht die vielen Obdachlosen wären. Viele von denen sind völlig durchgedreht. Sei es vom Alkohol oder von den Drogen.

Auf dem Weg nach Venice Beach warteten wir dann fast vergeblich auf die angekündigten schönen, sportlichen Menschen, die auf Rollschuhen der dem Fahrrad den wunderschönen Weg am Strand entlang fuhren oder Ihren gestylten Körper zur Schau stellten.

Am Ende der Venice Beach gab es dann noch ein Quartier wo es nicht gewünscht war das laute Musik gespielt wurde oder Rumgepöbelt wurde. Es war verboten. Da hat es dann auch gleich anderer Stil von Häusern gehabt, manchmal auch etwas ausgefallen.

Hier endet übrigens auch die Route 66 die von Chicago bis nach Santa Monica führt.

Nach diesem intensiven Tag war unser Verlangen nach etwas Ruhe gross. Wir wollten wieder raus in die Natur, in den Joshua Tree Nationalpark. Doch der Weg aus Los Angeles heraus war gar nicht so einfach. Zum ersten Mal standen wir dann auch in einem Stau.

 Nach San Bernardino und den grossen Feldern mit Windrädern hatten wir es dann aber geschafft und waren wieder mehr oder weniger alleine auf der Strasse.

 

Wir hatten heute noch keinen Platz in Aussicht. Jetzt im November gilt auf vielen von diesen Plätzen first come first safe. Heisst also, wer zuerst da ist hat einen Platz zu Übernachten. Bei uns war aber schon die Abendsonne im Hintergrund und die Chance war deshalb gering. Wir versuchten es trotzdem, mussten uns dann aber mit einem Platz auf dem Parkplatz begnügen. (wäre eigentlich nicht erlaubt)

Am nächsten Morgen gings dann aber direkt zu den verschiedenen Aussichtspunkten. 

Der Cholla Cactus Garden war auch sehr speziell. 

Und das absolute Highlight war dann eine echte Vogelspinne. Hansruedi hat sie gesehen wie sie über die Strasse gelaufen ist, hat angehalten, ist zurück gerannt und hat sie schlussendlich noch erwischt.

Nach diesem aufregende Erlebnis war nichts mehr wie vorher. Wir sind nicht mehr so unbeschwert durch die Wege gelaufen.

Im Auto mussten wir aber keine Angst haben. Unsere Reise ging nach Phönix. Wie immer wenn der Weg zu lange ist machen wir einen Zwischenhalt. Nicht immer übernachten wir auf einem Campingplatz, und dieser hat sich uns so schön angeboten. Wir konnten eine weitere wunderschöne Abendstimmung geniessen.

Um nach Phönix zu kommen mussten wir wieder die Staatsgrenze überqueren. Arizona hat zum Glück nicht solche Kontrollen wie Kalifornien, so konnten wir gut an dem Kontrollpunkt vorbei fahren.

Dann gibt es da noch so einige lustige Bräuche. Zum Beispiel soll es Glück bringen wenn man einen Schuh auf einen Baum wirft. Hier hatte es keine Bäume, also hat man den Zaun genommen. Nicht jeder hat das mit dem Schuh verstanden.

Der Grund wieso wir nach Phönix fuhren war wieder einmal ein Besuch im Longhorn, um ein feines Steak oder Baby Rips zu essen, und ein Konzertbesuch. Chris Stampleton spielte dort, ein richtig urchiger Countrysänger mit unverkennbarer, starken Stimme. Wir hatten ihn schon öfters im Radio gehört, aber sonst kannten wir ihn nicht. Wir wurden nicht endtäusch, es war ein Konzert welches in sehr guter Erinnerung bleiben wird.

Immer sehr interessant sind unsere Fahrten zum nächsten Punkt. Man sieht so vieles. Manchmal komisch, manchmal einfach nur schön. Aber unser eigentliches Interesse galt dem versteinerten Wald.

Unmittelbar neben dem versteinerten Wald lag das Blue Mesa Badland. Also wir fanden es gar nicht bad (schlecht). Es war eine kleine gemütliche Rundwanderung inmitten der wunderbaren Hügeln.

Zum Canyon de Chelly Nationalpark gibt es eine schöne Geschichte. Im Innern des Canyon hat es einen etwa 245 Meter hohe Felsnadel, die mit geheimnisvollen Felsmalereien gespickt ist. Sie reckt sich hier in die Höhe und erzählt die spannenden Geschichten der Ureinwohner. Der Legende nach lebte auf dem Felsen die Göttin Spider Woman, die den Navajo die Weberei lehrte. Sie wird noch heute verehrt. Hier bietet sich auch eine wundervoller Ausblick auf den Canyon.

Noch so einen Brauch haben wir miterlebt. Helloween. Und man staune, Helloween kommt gar nicht aus Amerika, es ist ein Brauch der katolischen Iren. Die brachten Halloween dann nach Amerika.

Der Brauch, Kürbisse zum Halloweenfest aufzustellen, stammt aus Irland. Dort lebte einer Sage nach der Bösewicht Jack Oldfield. Dieser fing durch eine List den Teufel ein und wollte ihn nur freilassen, wenn er Jack O fortan nicht mehr in die Quere kommen würde. Nach Jacks Tod kam er aufgrund seiner Taten nicht in den Himmel, aber auch in die Hölle durfte Jack natürlich nicht, da er den Teufel betrogen hatte. Doch der Teufel erbarmte sich und schenkte ihm eine Rübe und eine glühende Kohle, damit Jack durch das Dunkel wandern könne. Der Ursprung des beleuchteten Kürbisses war demnach eine beleuchtete Rübe, doch da in den Vereinigten Staaten Kürbisse in großen Mengen zur Verfügung standen, höhlte man stattdessen einen Kürbis aus. Dieser Kürbis war seither als Jack O’Lantern bekannt. Um böse Geister abzuschrecken, schnitt man Fratzen in Kürbisse, die vor dem Haus den Hof beleuchteten.

Am 31. Oktober war es dann so weit. Da wir aber abseits von jeder Stadt waren bekamen wir nichts davon mit.

Noch einmal wollten wir ins Monument Valley und wir waren gar nicht weit weg von da. Es war herrlich, und wir hatten einen erstklassigen Übernachtungsplatz gefunden.

Ein paar Meilen weiter war dann der Natural Bridge National Park. Es ist unglaublich was für schöne Nationalparks uns in den Nächsten Tagen begegnen werden.

Oben angekommen ging die Reise weiter ins Canyon Land. Übrigens, wir sind in der Zwischenzeit nicht mehr in Arizona, sondern in Utah. Und wie der Name schon sagt, hat es da unglaublich viele Schluchten. Wahnsinnig schön. Und falls es in der nächsten Zeit viele viele Fotos hat, ich liebe diesen Staat.

Moab gehört ins Canyonland. Eine kleine Stadt inmitten dieser wundervollen Landschaft.

Eines der Highlights war dann aber unsere Wanderung in den Devils Garden. Wunderschön aber nicht ganz ohne. Wer mich kennt, weiss dass ich es nicht so mit der Höhe habe, besonders wenn es keine Sicherungen hat. Aber es war fantastisch, auch über die schmalen Kuppen oder den Abhängen wo ich auf dem Hosenboden runter bin. Vier Stunden dauerte dieser Spass doch dann waren wir richtig kaputt.