Wir hatten uns diverse Routen für die Überfahrt aufs Festland überlegt, aber spätestens nach dem Bescheid, dass die Fähren bis ca. ende Juni ausgebucht seien war es klar, dass wir die kurze Fähre nach Horseshoe Bay nehmen würden und den Weg bis ca. Prince George mit dem Auto zurück legen werden. Auf dieser Höhe, bei Prince Ruppert, hätte die Fähre auch angelegt. Es war eigentlich schade, da auf dieser Passage viel zu sehen gewesen wäre, aber eben, es war ausgebucht.

Das Festland hatte aber auch seinen Reiz. Wir fuhren durch sehr schöne Gegenden, und machten in Whistler einen Halt.

Natürlich begegneten wir da auch Tieren.

Whistler

Whistler ist nach Aspen und Vail eines der bekanntesten Skiorte. Aber Vail war für uns betreffend Wohlfühlen und Schönheit immer noch Nr. 1

Wie schon in Aspen war auch Whistler ziemlich teuer. Wir bestellten ein Fondue was unserer Meinung nach schon eher günstig war. Nachdem wir es dann bekommen hatten relativierte sich der Preis sofort. Bei uns wäre das eine kleinere Portion für eine Person gewesen. Und dann kam der Hammer. Das zusätzlich bestellte Brot sollten wir noch extra bezahlen. Das war der Punkt wo wir ihnen erklären mussten dass wir i der Schweiz noch nie für extra Brot bezahlt haben und Fondue schliesslich eine Nationalspeise der Schweiz ist.

Weiter ging es. Wir fuhren ein schönes Stück durch die Rocky Mountains. Da haben wir dann auch wieder Schwarzbären gesehen. Einmalig so nahe an diesen Tieren zu sein. 

Allgemein war die Gegend sehr schön. Nur das Wetter war nicht mehr wie in den letzten drei Monaten. Wir mussten jeden Tag mit einem Regenschauer rechnen und es war mehrheitlich bewölkt. Trotzdem war es schön. Wir fuhren durch ein wunderschönes Frühlingserwachen. Alle Arten von neuem Grün, schöne Blumenwiesen und Bäche oder Flüsse voll mit Schmelzwasser. Der Frühling war definitiv auch im Norden Kanadas angekommen.

Ab und zu versuchten wir es auch wieder an einen Fluss zu kommen und zu Fischen. Es war aber alles andere als einfach. Die Zugänge waren meistens gesperrt oder nicht erreichbar. 

Das Wetter hätte besser sein können, da aber der Fluss sowieso zu viel Wasser hatte spielte das nicht so eine Rolle.

Kurz vor Prince George hatten wir wieder einmal einen Steinschlag kassiert. Nur einen kleinen, dachten wir. Doch plötzlich sah Hansruedi dass sich ein Riss bildete. Das konnten wir jetzt aber gar nicht gebrauchen. Wir näherten uns immer mehr dem Teil des Landes wo nicht mehr viel los war und auch die Strassen dementsprechend schlechter wurden. Es war also klar, dass der Riss früher oder später grösser wurde. Wir beschlossen einen Fachmann aufzusuchen. Bei Speedy Glass in Prince George wurden wir dann auch sehr freundlich und kompetent bedient und bald hatte unser Fiätli eine neue Frontscheibe. Und wen wunderts, sie war genau wie die Bremsen vom Dodge RAM ProMaster. Mit diesem Wissen konnten wir beruhigt unsere Reise weiter machen, aber immer in der Hoffnung, dass es nicht wieder gebraucht wird.

Wir waren happy und konnten unsere Reise unbekümmert weiter machen.

Die ersten Kilometer auf dem Cassier Highway lagen hinter uns als wir mitten auf der Strasse eine Elchkuh mit ihrem Kalb antrafen. Ein riesiges Tier mit einem sehr frischen Baby. Einmalig!

Und wieder gings durch diese unglaubliche Landschaft weiter. Links und rechts am Strassenrand blüten «Chrottenbösche». Es sah aus wie Leitplanken. Auch das Wetter wurde zusehends besser. So kam auch der eine oder andere See, Tümpel (von denen gibt es tausende) oder Berg schön zur Geltung.

Und dann war es so weit, wir trafen auf unseren ersten Grizzly. Und was für einen. Der hat uns alles geboten, inklusiv Zirkuseinlage auf den Absperrblöcken.

Auf der Weiterfahrt dann auch noch ein Stachelschwein. So eines hatten wir noch nie im Leben gesehen.

Es war Zeit einen Übernachtungsplatz zu finden. Die Red Goat Lodge und RV-park in Iskut schien uns dabei geeignet zu sein. Was heisst geeignet, es war einer der schönsten Plätze den wir je gehabt hatten. So schön, dass wir zwei Tage blieben und in aller Ruhr weiterplanen konnten.

Hansruedi hat dort zwei neue Freunde gefunden und ich einen Kolibri entdeckt.

Von Steward aus wollten wir zum Salmon Glacier hinauf und dort übernachten. Zum Glück fragten wir am Zoll zu Alaska nochmals nach, denn die Strasse war noch gesperrt. Der Beamte lies uns so ohne grosses Tamtam umkehren. Auf dem Weg haben wir aber einen anderen schönen Gletscher, den Bear Glacier, gesehen.

Dann eben nicht. So fuhren wir auf direktem Weg nach Watson Lake. Begegneten wieder Elchen und Stachelschweinen und schauten uns in Jade City an was alles aus Jade hergestellt wird. Sehr schöne Sachen, aber auch sehr teuer.

Auch solche Sachen mussten wir immer wieder erleben. Die Lastwagenfahrer haben nicht sehr viel Geduld, dabei wäre die Baustelle ein paar 100 Meter weiter vorne fertig gewesen. Uns war wichtig, dass die Scheibe ganz blieb.

Watson Lake

Die Hauptattraktion in Watson Lake ist der Wort wörtliche Schilderwald. Was einmal von einem heimwehkranken Soldaten begonnen wurde hat heute etwa 80'000 Schilder aus aller Welt und es wächst jeden Tag weiter.

Wir haben im Vorfeld Bücher für die von uns gewählten Länder gekauft und befolgten daraus so den einen oder anderen Tipp. So auch der nächste. Der Miles Canyon. Er ist sicher noch schöner wenn er nicht mehr so viel Schmelzwasser hat und auch er, wie auf den Bildern im Buch, blau ist.

Ebenfalls im Buch ist der Ort Atlin beschrieben. Schon der Weg dorthin war spannend. Neben den Baustellen, sahen wir einen Caribou und Snow Goats, (ganz selten Tiere). Da haben wir zum ersten Mal unseren Mückenschutz heraus genommen. Es wimmelte nur so von diesen. Sieht zwar doof aus, hilft aber.

Und einen weiteren Grizzly der bei unserer Beobachtung fast von einem Auto angefahren wurde. Manche Autofahrer reduzieren ihre Geschwindigkeit nicht, obwohl es offensichtlich ist dass wenn ein Auto am Strassenrand steht dort auch meistens ein Tier zu sehen ist.

Und darauf waren wir überhaupt nicht vorbereitet. Nicht weit von Atlin weg haben diese zwei Grizzlys ihr Abendessen genossen. Löwenzahn ist eine Leibspeise von ihnen. Und was machten sie nach dem Essen? Sie spielten noch ein wenig miteinander, legten sich auf den Rücken und kratzten sich am Bauch und gingen dann ein Nickerchen machen. Super Schauspiel gewesen.

Atlin

In Atlin wurden wir dann von unserem Camphost sehr freundlich empfangen. Er deckte uns mit etlichen Informationen ein und bald wussten wir auch dass er drei zu Hause hat. Ein Winterquartier wo er die Zeit mit seiner Frau verbrachte und eine Sommerresidenz für seine Frau und für Ihn eine hier in Atlin. Den Campground möchte er dieses Jahr noch verkaufen, er ist ja nicht mehr der jüngste. Da die Preise überall unglaublich steigen sollte das für ihn kein Problem sein.

 

 

Speziell an dieser Gegend in der wir uns schon seit Tagen befinden ist, dass die Sonne nie wirklich unter geht, da wir uns in der Nähe des Polarkreises befinden. Dieses Bild wurde um 23.45 Uhr aufgenommen und es wir nie dunkler.

Atlin ist ein weiterer Ort der sich "Little Switzerland" nennt. Es kennt zwar niemand die Schweiz, aber mit den Bergen und dem Altin Lake haben sie nicht so unrecht. Dort hört dann auch die Strasse auf, wer noch weiter will muss das per Seeweg machen. Kanada ist für den Holzhandel und das Golfschürfen bekannt. Es ist auch in Atlin nicht anders. Es war ein typischer Goldgräberort. Im Jahre 1899 hatte es da bis zu 3000 Einwohner, so das dort sogar eine Post eröffnet wurde. Die Gebäude sind zum grossen Teil noch aus dieser Zeit und in recht gutem Zustand.

Whitehorse

Ein Knotenpunkt ist Whitehorse. Von da aus führen Strassen in verschiedene Richtungen. Um zum Dempster Highway zu kommen mussten wir auch dort durch. Aber die Fahrt dorthin war sehr schön.

Der Ort selber hatte uns nicht so gefallen. Schon die Einfahrt war speziell. Zuerst dachten wir es brennt. Es stellte sich dann aber heraus, dass es einen Putzmaschine ist.