Silver Trail

Eigentlich wollten wir auf dem Silver Trail nach Keno fahren. Hansruedi hat dort einen Fluss ausfindig gemacht, wo er fischen wollte. Bis Mayo ging ja noch alles gut. Die Strasse war gepflastert und ausser ein paar grossen Baustellen nichts erwähnenswertes. Doch dann wechselte der Zustand der Strasse und wir mussten auf der Kiesstrasse weiterfahren. Währe auch noch kein Unglück gewesen, wenn da nicht die vielen Löcher gewesen wären. Da wir ja in Kürze den Dempster Highway fahren wollten, und dieser definitiv Kiesstrasse ist, machten wir rechts umkehrt und fuhren die Strecke wieder zurück.

Da es hier immer sehr strenge Winter hat, und die Kiesstrassen dementsprechend leiden, muss man im Frühjahr immer wieder mit Baustellen rechnen.

Dempster Highway

Der Dempster Highway hat eine länge von 736 km, von Dawson City nach Inovik, ein ursprünglicher Hundeschlittenweg, und das alles auf einer Kiesstrasse (Gravelroad). Ab Inovik ist es dann der Inuvik–Tuktoyaktuk Highway, jedoch mit den gleichen Bedingungen.

Unser Ziel war es bis zum Arctic Circel (Polarkreis) zu kommen.

Etwa in der Mitte des Highways befindet sich eine Tankstelle mit Restaurant, Hotel und RV-Park. Da kommt man also ins Staunen was sich alles Tankstelle schimpfen darf. 

Die Strecke war ziemlich gut befahrbar. Eine spezielle, aber abwechslungsreiche Landschaft begleitete uns. Da im Winter sehr viel Schnee gefallen war, sind die Flüsse an den meisten Orten über den Ufern. In manchen von diesen Flüssen lag noch Schnee. Das blau im Schnee  sahen im Licht wunderschön aus. 

Oder plötzlich wurde die ganze Umgebung rot. Unser Reiseführer klärt uns darüber auf, dass hier sehr viel Mineralien im Boden sind und diese den Fluss rot einfärben. Es wird ebenfalls darauf hingewiesen, dass es nicht sinnvoll sei dieses Wasser zu trinken.

Beim Polarkreis angekommen, nach 406 km, machten wir unsere Fotos, es war schweinekalt,

und kamen mit einem Ehepaar ins Gespräch. Sie hatten vor bis nach Tuktoyaktuk fahren. Das liegt am Arktischen Ocean, am Ende der Strasse, von da aus geht es nicht mehr weiter. Hansruedi hat schon länger damit geliebäugelt bis nach Inovik zu fahren, so entschlossen wir uns ebenfalls weiterzufahren. Was wir nicht wussten war, ob die Fähre über den Peel River in Betrieb war. Die Auskünfte der verschiedenen Stellen waren nicht sehr aufschlussreich.

Nach weiteren guten 300 km wussten wir es. Sie war wegen Hochwasser ausser Betrieb und man wusste noch nicht wann sie wieder fahren würde. In zwei Tagen, drei, oder vielleicht in einer Woche. Da hatte unser Spass ein Ende. Wir beschlossen den Rückweg anzugehen, da sich das Wetter auch zusehends verschlechterte.

Wir übernachteten ganz in der Nähe und machten uns am nächsten Tag auf den Rückweg. Gegen Abend begann es dann auch noch leicht zu schneien und am anderen Morgen waren wir richtig eingeschneit. Schön war, kurz vor unserem zweiten Rastplatz lief uns noch ein Grizzly über den Weg. Trotz Schneefall waren die Strassen von diesem befreit. Der Regen und der Schnee hatten aber spürbare Schäden hinterlassen. Die Löcher wurden zusehends grösser.

Auch unser Auto hat Schäden davongetragen. Die Steine hatten unseren kleinen Auffahrunfall, den wir noch in Amerika hatten, vergrössert und wir mussten unser Heckteil mit Klebstreifen befestigen. Nicht ganz einfach bei 0 Grad und Schneeregen.

Je näher wir dem Ursprung des Dempster Highway kamen umso besser wurde das Wetter. Als Belohnung für unsere lange Reise trafen wir dann noch zwei Elche.

Nach dieser langen Gravelroad hatte unser Fiätli aber ein Wäsche dringend nötig.

Dawson City

Dawson City ist der Inbegriff der Goldgräberzeit. Sogar der Weg von Dagobert Duck führte dort vorbei. Ein wirklich hübsches Dorf, dass noch so da steht wie in alten Zeiten. Nur die Pferde auf der Strasse wurden durch Autos ersetzt.

Am Abend gings dann in Spielcasino wo sie eine Can Can Show zeigten. Eine einmalige Show mit einer ausgezeichneten Sängerin. Auch hier fühlte man sich Jahre zurückversetzt.

und im Casino hat die 14 dann auch noch Glück gebracht. Juhui!

Und was macht man, wenn es buchstäblich fast nach Gold roch? Genau, wir machten eine Goldminentour mit anschliessendem Goldwaschen. Mit unserem gefunden Gold wurden wir zwar nicht reich, aber es hat riesig Spass gemacht. Auch den richtigen Goldwäschern geht es vorwiegend nicht anders. Sie stecken viel Geld ins Goldwaschen und erwirtschaften meistens nur Verluste. Es hat sich also zu früher nicht wirklich viel verändert, ausser dass die Maschinen grösser wurden, beziehungsweise die Goldwaschpfannen nur noch für die Touristen eingesetzt werden.

 

 

Was hier eigentlich noch sehr idyllisch aussieht ist ein Übrigbleibsel der Goldgräberzeit in den 90er Jahren wo sie mit den grossen Maschinen das Land buchstäblich umgewälzt hatten. Zum Glück erholt sich die Natur meistens wieder von selbst.

Top of the World

Über den Top of the World sollte es nach Alaska gehen. Der Highway existiert seit Mitte der 1950er Jahre und war bis zum Bau des Klondike Highway die einzige Straßenverbindung von und nach Dawson City. Als erstes galt es jedoch den Yukon River zu überwinden. Dieser hatte wie jeder Fluss in dieser Zeit richtig Hochwasser und es war ziemlich abenteuerlich zuzusehen wie die Fähre den Fluss überquerte und versuchte den Steg zu erreichen. Wir waren jedoch nicht die ersten Kunden an diesem Tag und erreichten wie die anderen das gegenüberliegende Ufer ohne weitere Probleme.

 

Der Grenzübergang Poker Creek / Little Gold verbindet Alaska mit dem kanadischen Territorium Yukon. Der Grenzübergang ist einer der wenigen, an der über 8000 Kilometer langen Grenze zwischen Kanada und den USA, der gemeinsam genutzt wird.

Der Grenzübergang am Top of the World Highway ist der nördlichste Grenzübergang in Nordamerika. Der Highway ist die dritte, nach dem Dempster Highway (Yukon Route 5) und dem Dalton Highway (Alaska Route 11), am nördlichsten gelegene Straßenverbindungen der Welt.

Und da war dann auch Schluss.

Leider war uns der Grenzbeamte nicht gut gesinnt und gab uns kein neues Visum. Wir hätten einen Overstay, dass heisst, wir sind zu lange in Amerika gewesen. Das wir ein Visum von 365 Tagen erhalten haben und in der Zwischenzeit auch noch in Guatemala waren interessierte ihn herzlich wenig. Er beharrte darauf, dass man nicht länger wie 180 Tage am Stück in der USA, als Tourist, bleiben darf.

Vielleicht lag es am Präsidentenbild, welches im Büro hing (nicht unsere Wahl) oder daran, dass er nicht so geübt war im Umgang mit dem Computer war, wir wissen es nicht. Fakt war, dass wir wieder umkehren mussten.

Auf dem Rückweg mussten wir dann wieder mit der Fähre nach Dawson zurück. Jetzt war nicht das Hochwasser ein Problem, sondern ein technischer Defekt an der Fähre. Das machte Mut.

Trotz allem ging alles gut und wir machten uns am nächsten Morgen auf den Weg nach Bever Creek, wo wir es nochmals mit dem Grenzübertritt versuchen wollten. 

Ein Highlight auf dem Weg war dann noch der Schwarzbär, der 20ste und der erste Luchs. Einen Luchs hatten wir tatsächlich noch nie gesehen.

Am Grenzübergang in Bever Creek hatte ich dann wirklich die Hosen voll. Im besten Fall bekamen wir das Visum, im schlechtesten Fall kamen wir ins Gefängnis und mussten zurück in die Schweiz.

Ein sehr freundlicher Beamter empfing uns da und übergab uns dann für die administrativen Arbeiten an einen Kollegen. Schon das Büro war uns sympathischer. Hingen doch dort Bilder von dem Präsidenten der uns wesentlich sympathischer war.

Es dauerte einige Zeit bis alles geregelt war, aber dann drückte er uns den Stempel bis ende des Jahres in den Pass und wünschte uns eine schöne Reise. Wir hatten es geschafft, und setzten glücklich und erleichtert unsere Reise fort.