Unsere Tage  im Westen von Kanada gingen langsam aber sicher dem Ende entgegen. Wir überlegten uns unsere nächsten Ziele auf dem Weg nach Calgary. Gerne wollte ich einmal in so einen Hot Springs gehen. Hansruedi hatte extra deswegen einen mit Campingplatz gebucht, aber er war wie alle vorherigen schon, weder schön, völlig überlaufen, und machte mich so vor allem gar nicht an. So war das also auch Geschichte und wir setzten unseren Weg fort.

St. Marie

Die beiden Nationalparks Banff und Jasper mussten wir schon lange im voraus buchen, da unser Besuch in die Hauptsaison fiel. Zu unserer Überraschung war aber der Ansturm kleiner als erwartet, aber es war trotzdem ein absolutes Muss wenn man da etwas besuchen will.

Schwieriger wurde es aber betreffend Fischen. Da es alleine ziemlich mühsam war einen geeigneten Platz zu finden kamen wir zur Erkenntnis, dass es besser wäre einen Guide zu buchen, aber, alle Guides waren restlos ausgebucht. Damit hatten wir nicht gerechnet. Und jetzt?

 

Wir hatten das Glück, dass unser Campingplatz direkt am St. Mary River lag. Hansruedi hatte zwei wunderbare Tage, mit vielen Bissen, im Fluss verbracht. Ohne Guide und mit so viel Zeit wie er wollte.

Ebenso dann auch am Kootenay River. Während dem er sich über jeden Fisch der anbiss freute, machte ich unsere Wäsche und arbeitete an der Homepage. Ja, auch ich hatte immer etwas zu tun, oder genoss einfach die Ruhe mit einem meiner Bücher.

 

Waterton

Nach diesen erfolgreichen Fischertagen wollten wir nach Waterton. Zu unserer Überraschung begegneten wir kurz vor dem Ort vier Bären. Mit diesen hatten wir überhaupt nicht mehr gerechnet.

Die Umgebung unterschied sich gegenüber der von den Nationalparks immer mehr. Es wurde flacher, die Berge weniger und die Landwirtschaft nahm zusehends zu.

Am Abend ging mit dem Schiff auf den Waterton Lake. Eine schöne Fahrt in einer bezaubernden Landschaft.

Der Guide auf dem Schiff, welcher wenn wir es gut fanden Mike hiess und wenn nicht John, (dieser Spruch machten alle Tour Begleiter) erzählte uns, dass hier im Winter nur ca. 50 Personen wohnen würden, da es viel zu kalt mit viel u viel Schnee sei.

Lustig war, dass wir auf der Fahrt die Grenze zu Amerika kurz überfuhren. Links und rechts haben sie eine Schneise in den Wald geschnitten, damit man die Grenze bemerkte.

Fort Macleod

Man möchte ja auf so einer Reise auch etwas von der Geschichte erfahren. Genau aus diesem Grund besuchten wir das Fort Macload. Eine Mounty-Parade wurde uns da versprochen. Was uns da dann aber geboten wurde war schon fast tragisch. Die sogenannten Mounties waren noch Kinder und mehr damit beschäftigt nicht vom Pferd zu fallen. 

Die Mounties spielen aber in Kanada immer noch eine wichtige Rolle. Damals wie auch heute ist es ihre Aufgabe für Recht und Ordnung zu sorgen. Sie ist also auch die heutige Polizei, die Royal Canadian Mounted Police, RCMP. Derzeit gibt es ca. 29'000 Mounties.

Ausser Ontario und Quebec haben die meisten anderen Gemeinden keine eigene Polizei.

Trotz der laschen Parade war es im Fort selber recht interessant. So haben wir doch einiges über die Mounties und ihren Freunden den Indianern erfahren. Ja, man glaubt es kaum, aber es gab auch friedliche Zusammenkünfte zwischen den Weissen und den Indianern.

Noch etwas Interessantes haben wir gelernt. Wir wunderten uns nämlich, wieso die Britische Flagge gehisst war.

Die Kanadische Flagge gibt es so erst seit 1965. Vorher hatte Kanada die Britische Flagge. Noch heute Kanada ist ein Königreich innerhalb des Commonwealth of Nations. Nominelles Staatsoberhaupt ist somit Königin Elisabeth II., die durch den Generalgouverneur von Kanada vertreten wird.

Calgary

Wir wollten wieder einmal unter die Leute. Ein Konzertbesuch und die Stadtbesichtigung stand auf dem Plan. Zum Glück hatte es beim Casino, wo auch das Konzert stattfand einen riesigen Parkplatz wo wir ohne Probleme zwei Tage stehen konnten.

Das Konzert, von Randy Houser, war toll und die Stadtbesichtigung sehr schön. Calgary ist eine schöne, überschaubare, kleine Stadt mit viel Kunst auf den Strassen und jeder Menge Parks. 

Das Highlight war dann der Calgary Tower mit dem Glasboden und einer herrlichen Aussicht auf die Stadt. Nichts für Leute mit Höhenangst.

Da wir genügend Zeit hatten besuchten wir wieder einmal ein Museum. Ein Musikmuseum. Zuerst dachten wir dass es vielleicht nicht so eine gute Idee war, da wir ja die Kanadischen Künstler nicht kennen. Auf dem Rundgang stellten wir dann aber fest, dass wir sehr wohl den einen oder anderen kennen. z.B. Celine Dion, Justin Biber, Alanis Morissette, Shania Twain (wohnt mittlerweile in der Schweiz), Neil Young oder Micheal Bublé um so ein paar zu nennen.

Vielleicht wundert ihr euch, dass alles auch in französisch angeschrieben ist. In Kanada ist die Hauptsprache englisch, aber in Quebec wird französisch gesprochen, so wie es noch zu den Zeiten war wo Kanada zu Frankreich gehörte. Die Leute in Quebec sind stolz auf das und verteidigen ihre Sprache mit Händen und Füssen. Auch sonst sind sie nicht einfach Kanadier. Sind wir dann mal gespannt wenn wir dann in Quebec sind.

Prince Albert Nationalpark

Im Prince Albert Nationalpark wollten wir wieder einmal unsere Beine vertreten und starteten zu einer Wanderung. Anfangs war es ja och schön und lustig, aber dann hatten wir immer mehr Mücken um uns herum, so dass wir unsere Regenjacken anziehen mussten um uns vor diesen zu schützen. Auch ein Strauchwedel unterstützte uns dabei ein wenig. 6 von 8 Kilometer waren nur noch mühsam und eine echte Tortur. Und auch was später noch kam, die Mückenstiche, war nur schlimm.

Der Abstecher nach oben war gar keine gute Idee.

Winnipeg

Da war es dann in Winnipeg schon viel angenehmer. Keine Mücken oder sonstiges Ungeziefer. Mit einem Trolley fuhren wir durch diese zauberhafte Stadt und liessen uns vom Buschauffeur so die eine oder andere Anekdote erzählen.

Eine kleine Hochzeit fand noch im Stadtpark statt die wir in respektvollem Abstand beobachteten.

Auch hier besuchten wir ein Museum. Heute aber eine etwas schwerere Kost. Das Menschenrechts Museum. Auf sieben Stöcken wurden die Probleme und die eventuellen Lösungen von der ganzen Welt betreffend Menschenrechten dargestellt und dokumentiert. Seien es zum Beispiel die Rechte der Kinder, der Frauen, der Farbigen oder der Juden ....., alles war sehr anschaulich und verständlich präsentiert. 

Wir gingen mit der Erkenntnis wieder hinaus, dass wir heute noch nicht viel weiter sind wie vor Jahrhunderten. Leider!

Nach Winnipeg gings dann wieder über die Grenze nach Amerika. Wir wollten uns den langweiligen oberen Teil ersparen und nochmals nach Amerika fahren um einige Konzerte zu besuchen. Auch Chicago wollten wir noch besuchen und so das eine oder andere Einkaufen.

Ein weiteres Mal standen wir also an der Grenze und warteten bis der Zollbeamte uns die Einreise gewährte. Ja, eigentlich sollte das ja kein Problem sein, wir hatten ja wieder ein Visum bis Mitte Dezember, aber in Amerika hat jeder Grenzbeamte die Möglichkeit dir die Einreise trotzdem zu verweigern. Nach einer halben Stunde Frag- und Antwortspiel liess er uns dann mit Unterstützung von seinem Kollegen endlich durch und wir konnten bis Fargo weiterfahren. Die Fahrt von Winnipeg bis Mackinaw war so weit, dass wir es in mehrere Tage aufteilten. 

Trotzdem dass es nur noch flach mit unglaublich grossen Federn war, war es interessant. Zum Beispiel werden 50 Millionen Tonnen Linsen hier geerntet, Kanada ist der drittgrösste Exporteur von Raps, es werden alle Arten von Getreide angebaut und auch Flachs was wir gar nicht kannten. Auch beeindruckend dann die vielen und riesigen Silos die für das geerntete Korn benötigt werden, oder die grossen Maschinen die beim Ackerbau eingesetzt werden.

 

Wir fuhren durch Ortschaften die sich entweder das wahre Home von Santa Claus nannten, oder Christmas hiessen

mussten einem Hausumzug ausweichen

und fuhren durch verschiedene Provinzen in Richtung Amerika, bis wir an unserem Ziel in Mackinaw City angekommen waren.

Es war eine lange und anstrengende Überfahrt. In Mackinaw City werden wir deshalb ein paar Tage bleiben und fast gar nichts tun.