Über den Beartooth Pass nach Cody

Ein sehr schöner Pass und niemand fährt da rüber. Auf dieser Strecke haben wir nun schon die 60000 km Marke geknackt. Leider hat uns der Beartooth Pass auch eine Erinnerung am Auto hinterlassen. Der zweite Steinschlag.

 

Wenn man genug lange Tiere sucht findet man sie auch. Upps, es war nur ein Holz. Aber die Kühe sind echt. 

Und auch die riesigen Bisonherden waren fantastisch, welche wir nach dem Beartooth Pass gesehen haben.

Cody

Cody die Stadt von Buffalo Bill. Sie wurde nach ihm, William Frederick Cody, benannt. Er war einer der berühmtesten Bisonjäger und später einer der Mitgründer des Showbusiness. Er reiste mit seinem „Zirkus“ durch Amerika und vor allem nach Europa und machte dort Amerika bekannt.

 

Doch auch für ihn galt: Übermut tut selten gut. Buffalo Bill tanzte auf zu vielen Hochzeiten und musst zum Schluss alles Versteigern.

 

Ebenfalls nach Buffalo Bill wurde der Staudamm benannt. In mehreren Anläufen wurde dieser gebaut. Vorwiegend im Winter, da im Sommer das Hochwasser kam. 1910 wurde dieser erstmals in Betrieb genommen.

Nach einem Besuch im Museum, wo sie intelligenterweise noch andere Themen, wie zum Beispiel Indianer, Waffen, Textilhändler usw, untergebracht hatten, suchten wir einen Platz zum Übernachten. Ein schwieriges Unterfangen, da in Wyoming bei allen Rest Areas Übernachtungen verboten war. In Lucern wurden wir dann fündig.

Was man auf so einer Fahrt so alles sehen kann. Ein kleiner Brand, Ortstafeln mit Angabe von Höhe über Meer und Einwohnerzahl, Strassenschilder wie sie die Spanier mit dem Stier haben und immer wieder Tiere.

Wyoming heisst übrigens weite Ebene was definitiv der richtige Name ist.

60'000 km hatten wir ja schon vor ein paar Tagen erreicht, auf dieser Fahrt wurden 200 Stunden Fahrt erreicht.

Zum Benett Creek war wieder einmal eine Fahrt über eine lange Kiesstrasse nötig. Wir wussten überhaupt nicht was uns da erwartete, deshalb war es umso gewagter diesen langen unkomfortablen Weg zu fahren. Wir wurden aber für unseren Mut gelohnt. Es war ein schöner ruhiger Platz ohne jeglichen Luxus und Menschen. 

Immer wieder gibt es eine kleine Gelegenheit um zu Fischen, und fast immer mit Erfolg.

 Auf der Weiterfahrt war wieder einmal Tanken angesagt. Da wir viele viele Meilen im nirgendwo fuhren mussten wir die Tankstelle nehmen die sich auch anbot. Es war die bis jetzt teuerste Tankstelle mit den meisten out of order Zettelchen.

Cheyenne

Kurzfristig haben wir unsere Pläne geändert und sind nach Cheyenne zum Frontier Days Rodeo gefahren. So etwas sieht man nur hier in Amerika. Es war einfach nur cool.

Es hat sich so ergeben, dass im Anschluss am Abend noch ein Country-Konzert mit Brett Young, einem unserer Lieblingssänger und Maren Morris, welche wir überhaupt nicht kannten, statt fand. Beide waren super. Der Abstecher hat sich auf alle Fälle gelohnt.

Gunnison

Gunnison haben wir fast als unseren Drehpunkt angefahren. Wir hatten da einen schönen Campingplatz gefunden. Ab und zu ist es einfach schön wieder einmal alle Batterien zu laden, die Wäsche zu waschen (machen wir sonst in einer Laundry) und ausgiebig zu Duschen. Leider war der Platz gleich neben einem Flughafen. Beim ersten Mal haben wir nur ab uns zu ein Flugzeug gehört, aber als wir dann das zweite Mal da abgestiegen sind, war der Fluglärm deutlich höher. Abgesehen davon, dass anscheinend mehr Starts und Landungen vorgenommen wurden, lernten sie mit dem Militärflugzeug, welches zwei Propeller hatte um wie ein Helikopter aus dem Stand hoch zu fliegen, starten und landen. Anfangs war es ja noch interessant, aber so nach zwei Stunden hätten wir gerne ein wenig Ruhe gehabt.

Von Gunnison aus fuhren wir als erstes einmal in den Black Canyon. Eine noch 20km lange Schlucht die bis zu 500 Meter in die Tiefe geht. Wie der Name schon sagt, ist der Black Canyon wegen seines überwiegend  dunkelbraun bis schwarzem Gesteins bekannt. Früher war der Canyon bis zu 80 km lang. Der östliche Teil verschwand aber auf Kosten eines riesigen Stausees welcher heute als Erholungszone genutzt wird. 

Lake City

Am Montag den 2. August hatten wir dann in Lake City einen Termin für unser Auto gebucht. Ein Service war fällig und es hatte sich so ergeben, dass unsere Bekannten aus Steffisburg dort einen Schweizer Garagisten kennen gelernt hatten, welchen wir für diesen Zweck kontaktiert hatten. René hat mit seiner Frau Belinda vor über 20 Jahren eine ähnliche Reise wie wir gemacht, ist aber in Amerika hängen geblieben und will dort auch nicht mehr weg.

 

Nicht ganz einfach stellte sich jedoch die Beschaffung von Ersatzteilen für unser Auto heraus. Von wegen in Amerika ist Dodge für FIAT zuständig. Zu einem ganz kleinen Teil ist das richtig, aber nur für den Kleinsten, den Fiat 500. Unser Auto ist in Nordamerika nicht vertreten und somit gibt es auch keine Teile. Nach einigen Emails haben wird dann die Europäischen Ersatzteilnummer bekommen. René versuchte dann diese zu entschlüsseln und konnte so doch noch unsere Teile beschaffen.

Während wir warten mussten, besuchten wir das kleine Städtchen. Wie in dieser Gegend üblich war auch Lake City ein Goldgräberdorf. Heute eher touristisch, da viele mit ihren Quads (4x4 Buggys) in den Bergen und entlang des Sees herumkurvten. In einem der wenigen Restaurants haben wir dann etwas feines gegessen.

Das nächste Problem kam dann als wir das Auto abholten. René teilte uns mit, dass die Bremen nicht mehr all zu lange halten würden. Auch da, keine Ersatzteile für unser Auto in Amerika. Wir haben das ganze Spiel nochmals gestartet und alle möglichen Firmen in der Schweiz und in Amerika angeschrieben. Der Erfolg war unterschiedlich auf jeden Fall hatten wir bis am Schluss die Europäischen Nummern, und dank Reto, der sich in der Schweiz schlau machte, auch eine Amerikanische Nummer die dann René nochmals prüfte und bestätigte. Jetzt konnten wir mehr oder weniger ruhig die nächsten 15-20000 Meilen wieder fahren.

Nach dem Autoservice gings dann über den Silver Threat nach Durango und dann ins Mesa Verde. Ein Pass am anderen fuhren wir, dabei hatte uns René doch geraten ein bisschen weniger zu bremsen. Hahaha.

 

 

Im Mesa Verde Nationalpark entdeckte man Ende des 19. Jahrhunderts die sogenannten Cliff Dwellings (Klippendörfer). Das sind Steinbehausungen welche in die Hänge, vorteilhaft höhlenartige Einbuchtungen, vor rund 800 Jahren gebaut wurden. Unvorstellbar wie die das gemacht haben, da damals ja noch alles Handarbeit war.

Wunderschön auch die Aussicht ins Montezuma County.

Für heute waren wir genug gefahren. Hansruedi hat einen wunderschönen Platz irgendwo im Nirgendwo gefunden. Es war herrlich.

Unsere Reise führte uns dann wieder zurück nach Gunnison wo wir nochmals 2 Tage auf dem Campingplatz reservierten, um dann vor unserer Weiterfahrt nach Denver, nochmals bei René vorbei zu fahren um noch Reservematerial zu holen. Immer wieder sind wir von der viel wechselnden Landschaft begeistert.