We are so happy to be in America

Nach einem drei stündigen Flug konnten wir endlich auf amerikanischem Boden aussteigen. Das letzte Hindernis war nur noch der Zoll. Wir hatten uns vorgenommen, dass wir den Beamten fragen werden ob wir vielleicht 12 statt 6 Monate in Amerika bleiben können und hatten uns sehr gut vorbereitet.

Auf unserer Linie für Einreisende mit VISA waren nur eine Handvoll Leute, so dass es sehr zügig vorwärts ging.

Die Nervosität stieg spürbar. Und dann wurden wir an den Schalter gerufen! Zu unserer Überraschung empfing uns eine sehr nette Beamtin die unser Anliegen sofort verstand. Noch überraschter waren wir als ihr Nachbar uns fragte, ob nicht etwa von zwei Tagen schon ein Ehepaar aus der Schweiz, mit dem gleichen Anliegen, da war. Wir mussten lachen, denn unsere Bekannten aus Steffisburg, Familie Iseli, sind tatsächlich zwei Tage zuvor eingereist und haben uns natürlich über ihre Erfahrungen mitgeteilt.

Die Beamtin erledigte noch alle Ihre Aufgaben und ging dann mit uns zum zuständigen Beamten und wünschte uns mit einem Lächeln viel Glück. Nach ein paar weiteren Fragen über unsere Beweggründe, Finanzen und sonstigen Angaben gab uns der Officer dann unsere Pässe zurück mit dem Hinweis, dass er uns die 12 Monate gewährt und eingetragen hat. 

 

Juhui, wir hatten es geschafft, wir konnten unser Reiseprogram etwas ruhiger angehen, da wir jetzt genügend Zeit hatten. Wir freuten uns riesig.

Das musste nun natürlich gefeiert werden. Nachdem wir unser Hotel bezogen hatten gingen wir in die gegenüberliegende Sportsbar und genehmigten uns ein Bier mit Sparerips und Pommes.

Am nächsten Morgen fuhren wir nochmals zum Flughafen Baltimore um unser Mietauto abzuholen. Unser Camper kommt leider erst in ca. zwei Wochen. Diese Zeit wollten wir aber nicht ungenutzt verstreichen lassen. Wir wollten mit dem Auto schon mal Maryland, Pennsylvania und New York besuchen. Je nach dem wie weit wir in dieser Zeit kommen würden.

Das erste Ziel war Lancaster. Ganz gemütlich fuhren wir über Land zu unserem Hotel und konnten so schon die ersten Einrücke mit nehmen.

Noch etwas stand auf unserer To Do Liste. Wir wollten uns noch gegen Corona impfen lassen. In der Schweiz konnten wir dies nicht mehr erledigen, da wir noch nicht in die Altersklasse passten. Hier in Amerika liefen wir in den nächsten Walmart (Einkaufsladen), in die Apotheke, meldeten uns an, wählten den Impfstoff und erhielten die erste Impfung. Der Apotheker konnte gar nicht verstehen, dass wir in der Schweiz noch nicht bei den 12 jährigen sind. (die zweite Impfung können wir dann in drei Wochen in einem anderen Walmart machen)

Auf diesen Stress hin fuhren wir in eine nahe gelegene Winery und genehmigten uns ein Glas Wein mit Käse und Brot.

Wir wollten die Zeit nutzen und uns in der Umgebung etwas schlau machen. In der Region Lanchaster bieten sich natürlich die Amisch an. Amisch sind eine Glaubensgemeinschaft und haben ihre Wurzeln in der reformatischen Täuferbewegung. Sie kommen ursprünglich aus der Schweiz und Süddeutschland. Amisch  führen in der Regel ein Leben in der Landwirtschaft und sind bekannt dafür, dass sie moderne Techniken ablehnen. Sie leben ohne Strom oder sonstigem neumodischem Zeugs. Es ist lediglich ein Solorpanel pro Haus erlaubt.

Sie haben noch andere lustige Merkmale. Zwischen 16 und 22 Jahren dürfen sie alles machen was eigentlich verboten ist. Das ist das sogenannte Rumspringe. Bis zu ihrem 22. Lebensjahr müssen sie sich entscheiden ob sie sich Taufen lassen wollen und ob sie diese Regeln weiter leben möchten. Sie lassen sich nicht gerne Fotografieren da ein Foto mit ihrem Gesicht darauf wertend wäre. Aus diesem Grund haben die Puppen auch keine Gesichter. Schnäuze bei Männern sind verboten, aber der Bart ist ein Zeichen dass er verheiratet ist. Ein Amisch besitzt nur 5 Kleidungsstücke. Zur Fortbewegung haben sie Kutschen, Fahrräder sind nicht erlaubt, aber Rollschuhe.

Es gibt aber auch modernere Amisch, dass sind dann Engländer. Man erkennt ein Engländerhaus daran, dass Strom zugeführt wird und Autos vor diesem stehen.

Es war auf jeden fall eine interessante Tour und zeigt wieder einmal mehr dass man mit weniger durchaus leben kann.